Ulzeration: Definition, Diagnose und Behandlung
Ein Ulcus entsteht oft dann, wenn Gewebe dauerhaft geschädigt wird – zum Beispiel durch mangelnde Durchblutung, zu hohen Druck, Infektionen, Entzündungen oder durch Verletzungen. Häufig liegt eine chronische oder wiederkehrende Belastung vor, die das Gewebe schwächt und schließlich zu schlecht heilenden Gewebeverlusten führt.
Häufig kommt es zu Ulzerationen, wenn das Gewebe zu wenig Sauerstoff oder zu wenig Nährstoffe erhält. Arterielle Ulzera treten oft an den Zehen oder Füßen auf und sind schmerzhaft, während venöse Ulzera meist am Unterschenkel entstehen und weniger schmerzhaft sind. Unbehandelt können sie sich zu einem Gamaschenulkus ausweiten.
Auch langanhaltender Druck kann das Gewebe schädigen. Dieses Risiko besteht vor allem bei immobilen Patient*innen. Bei Druckbelastung kommt es zu einer Kompression des Weichgewebes zwischen Knochen und Auflagefläche.1 Das mindert die lokale Durchblutung und es entsteht ein Dekubitus. Kommt es zur Ulcus-Entwicklung, so befindet sich dieser meist an Knochenvorsprüngen wie Fersen, Kreuzbein oder Trochanter, wo die Belastung am größten ist.
Auch Stoffwechselerkrankungen wie bspw. Diabetes beeinträchtigen die Wundheilung, da sie oft mit einer schlechten Durchblutung einhergehen oder mit Nervenschäden, durch die Patient*innen starke Druckbelastungen zu spät bemerken. Ein Beispiel dafür ist das diabetische Fußulcus.
Bestimmte Bakterien oder Viren können Ulzerationen direkt verursachen oder bestehende Wunden verschlechtern. Beispiele hierfür sind Ulzera, die durch bakterielle Infektionen oder durch Herpes-simplex-Viren an Haut oder Schleimhäuten verursacht werden.
Bösartige Tumore können Haut und umliegendes Gewebe zerstören und dadurch zu schlecht heilenden Ulzerationen führen. Bei malignen Ulzera, etwa durch Hautkrebs, ist eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig.
Auch einige therapeutische Maßnahmen bergen das Risiko, dass es zu Ulzerationen kommt. Strahlenulzera entstehen oft verzögert nach Bestrahlungen und heilen sehr schwer.
Entzündliche Erkrankungen können Gefäße und Gewebe angreifen und Ulzera auslösen. Beispiele sind Vaskulitiden oder Pyoderma gangraenosum, die mit schmerzhaften, tiefen Wunden einhergehen.
Eine ausführliche Anamnese und Wundbeurteilung hilft, die zugrundeliegende Ursache zu erkennen und eine passende Behandlung einzuleiten.
In drei Schritten zur richtigen Wundauflage für Patient*innen.
Eine frühe Diagnose ist grundlegend, damit rechtzeitig die passende Therapie eingeleitet werden kann.
Die Auswahl des passenden Verbandes erfolgt anhand der Wunddiagnose und sollte regelmäßig überprüft werden, um die Therapie an den Heilungsverlauf anzupassen.