Mazeration: Prophylaxe und Behandlung

Bild einer mazerierenden Wunde am Fuß
Als Mazeration bezeichnet man in der Medizin eine feuchtigkeitsbedingte Hautschädigung – beispielsweise durch chronische oder stark exsudierende Wunden, Schweiß oder Urin. Typisches Merkmal von mazerierenden Wunden ist eine Schwellung der Wundumgebung: Die Haut wirkt meist weißlich und aufgequollen.1
 
Für die Wundpflege ist eine Mazeration der Haut insofern von Bedeutung, dass sie die Reepithelisierung verzögern kann und das Risiko für Infektionen erhöht. 

Prophylaxe: Einer Mazeration der Haut vorbeugen

Damit es gar nicht erst zu einer Wund-Mazeration kommt, ist es wichtig, eine dauerhaft zu nasse Hautumgebung zu verhindern, die die epidermale Barrierefunktion schwächt. Dabei können folgende Maßnahmen helfen: 
 
1. Exsudat-Management optimieren 
 
Ein gutes Exsudat-Management ist die wichtigste Maßnahme zur Mazerationsprophylaxe. Hochabsorbierende Wundauflagen – z. B. Superabsorber wie Cutimed Sorbion Sachet S – nehmen Wundexsudat auf und tragen so zum Schutz der umliegenden Haut vor Mazerationsschäden bei. Sie sorgen für ein vertikales Exsudat-Management: Die Flüssigkeit wird also nach innen in den Verband geleitet und dort sicher gebunden, sodass sie sich nicht seitlich über den Wundrand verteilt. Dadurch wird der Schutz des Wundbereichs unterstützt, während gleichzeitig ein feuchtes Wundmilieu für die Heilung erhalten bleibt.  
 
2. Den Wundrandbereich vor Mazeration schützen 
 
Die an der Wunde angrenzende Haut sollte durch barrierebildende Produkte (z. B. Cutimed PROTECT Cream) vor Feuchtigkeitseinwirkung geschützt werden. Entsprechende Produkte stabilisieren den Hydrolipidfilm und verhindern dadurch das Aufquellen der Hornschicht. Das ist wichtig, weil ein mazerierter Wundrand die Heilung stört und Eintrittspforten für Keime schafft. 
 
3. Feuchtigkeitsstau durch atmungsaktive Verbände vorbeugen 
 
Die verwendeten Verbandmaterialien müssen eine ausreichende Wasserdampfdurchlässigkeit (MVTR = Moisture Vapor Transmission Rate) aufweisen. Denn zu dichte, okklusive Abdeckungen können zu einem feuchtwarmen Milieu führen, was das Risiko einer Mazeration erhöht – insbesondere bei langfristiger Anwendung oder seltenem Verbandwechsel. 
 
Insbesondere venöse Ulzera der Beine sind häufig mit starker Exsudat-Bildung verbunden, die durchaus auch zu einer Mazeration führen kann. In solchen Fällen kann eine passende Kompressionstherapie dazu beitragen, die lokale Exsudat-Menge und das Ödem zu verringern und eine Mazeration zu verhindern. 

Mazerations-Prophylaxe bei Risikopatient*innen

Ein erhöhtes Risiko für eine Mazeration der Haut besteht insbesondere bei älteren Menschen. 
 
Die natürliche Schutzfunktion der Haut lässt im Alter oft nach. Das kann die Wundheilung verzögern. Daher sollte die periwundäre Haut bei älteren Patient*innen besonders sorgfältig kontrolliert und gezielt geschützt werden – idealerweise mit barrierefördernden Produkten wie Cutimed PROTECT Cream, die die Haut vor Feuchtigkeit und Reizstoffen bewahren, ohne die Haftung von Wundauflagen zu beeinträchtigen. Die Anwendung sollte mindestens einmal täglich erfolgen – bei starker Exsudation häufiger. 
 
Weitere Risikogruppen sind adipöse und inkontinente Patient*innen. Bei ihnen entstehen Mazerationen jedoch häufig nicht im Zusammenhang einer Wunde, sondern durch länger anhaltende Feuchtigkeit in Hautfalten bzw. durch wiederholten Kontakt der Haut mit Urin oder Stuhl. Um in diesem Kontext Hautschäden zu vermeiden, sind folgende Maßnahmen sinnvoll:  
 
  • Bei adipösen Patient*innen kommt es meist zwischen aufliegenden Hautfalten zu Mazerationen. Um dem vorzubeugen, sind eine regelmäßige Inspektion sowie eine schonende Reinigung und Trocknung dieser Areale erforderlich. Bereits bestehende Rötungen und aufgeweichte Bereiche lassen sich durch eine milde Hautdesinfektion sowie mit Hautschutzsalben oder -sprays behandeln.2 
  • Auch bei Inkontinenz ist die regelmäßige, schonende Hautpflege zentral, um einer Mazeration vorzubeugen. Die Haut muss nach Stuhlkontakt sowie bei sichtbarer Verschmutzung und Feuchtigkeit umgehend mit pH-neutralen Reinigungsprodukten gesäubert und sanft getrocknet werden. Anschließend empfiehlt sich der gezielte Einsatz barrierebildender Pflegeprodukte wie die Cutimed PROTECT Cream oder das Cutimed PROTECT Spray, um die Haut zu schützen. Wichtig ist zudem der Einsatz atmungsaktiver, saugstarker Inkontinenzmaterialien, die bedarfsorientiert gewechselt werden. 
Bild einer größeren Hautfalte zur Mazeration-Prophylaxe
Doch auch im Zusammenhang der Wundpflege bedürfen adipöse und inkontinente Patient*innen sowie auch starke Raucher besonderer Aufmerksamkeit, da bei ihnen mehrere Faktoren die Gefahr feuchtigkeitsbedingter Hautschäden erhöhen und damit – wenn eine Wunde vorliegt – auch das Risiko einer Wund-Mazeration deutlich steigt:
 
Bei adipösen Patient*innen kann sich Feuchtigkeit in Hautfalten stauen und so die periwundäre Haut zusätzlich aufweichen. Inkontinente Patient*innen sind durch den wiederholten Kontakt der Haut mit Urin oder Stuhl gefährdet, da dieser die Hautbarriere schwächt und die Umgebung des Wundrands anfälliger macht. Starke Raucher*innen wiederum weisen oft eine reduzierte Mikrodurchblutung auf, was die Haut anfälliger gegenüber Feuchtigkeitseinwirkung macht.

All diese Faktoren erhöhen das Risiko, dass sich überschüssiges Exsudat am Wundrand staut und zu einer Mazeration der umliegenden Haut führt.

Mazeration der Haut: Behandlung und Therapiekonzept

Ist es bereits zu einer Mazeration der Wundränder gekommen, steht die rasche Unterbrechung der Nässeexposition im Vordergrund.

Ob bereits eine Mazeration der Wundränder vorliegt, erkennt man unter anderem an folgenden Symptomen: 
 
  • Die Haut im Bereich des Wundrands ist in der Regel weißlich aufgequollen. Bei stärker pigmentierter Haut kann der entsprechende Bereich allerdings auch dunkler als der umgebende Hautton wirken.
  • Die Hautelastizität nimmt ab (teigige oder pergamentartige Konsistenz)
  • Selbst ohne erkennbare Wundsekretion kommt es zur Feuchtigkeitsentstehung (Feuchtigkeit stammt aus umliegendem Gewebe)
  • Rötungen oder Hauterosionen im periwundären Bereich
  • Juckreiz, Brennen und Schmerzen am Wundrand
  • Erschwerte Haftung von Wundauflagen sowie häufige Verbandablösungen
  • Geruchsbildung oder Infektionszeichen bei fortgeschrittener Mazeration 
Zunächst muss die Feuchtigkeitsursache behandelt werden – etwa durch Optimierung des Exsudat-Managements, konsequentes Inkontinenz-Handling oder durch das Anpassen von Verbandmaterialien. Die betroffene Haut muss vorsichtig gereinigt und gründlich getrocknet werden.3 
 
Zur Regeneration der Barrierefunktion eignen sich atmungsaktive Hautschutzpräparate wie Cutimed PROTECT Cream, die die Haut vor weiteren Reizungen schützen, ohne sie zu verschließen. Bei nässenden Wunden kommen stark absorbierende Wundauflagen mit hoher Retentionskapazität zum Einsatz (z. B. Superabsorber wie Cutimed Sorbion Sachet S), um ein feuchtigkeitsstabiles Milieu zu schaffen. 
 
Bei ausgeprägter Mazeration der Wundränder ist eine interdisziplinäre Einschätzung durch Wundexperten sinnvoll, um lokale Infektionen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu therapieren. 

Übersicht: Behandlungsmaßnahmen bei einer Mazeration der Haut

Behandlung der Mazeration
 
Feuchtigkeitsquelle identifizieren und behandeln; sanft reinigen, trocknen; Schutzfilm auftragen
 
Produktempfehlung
 
Atmungsaktive Barrierecreme (bspw. Cutimed PROTECT Cream) oder Skin-Protect-Spray 
Behandlung der Mazeration
 
Exsudat-Management optimieren; stark saugende Wundauflage einsetzen
 
Produktempfehlung
 
Superabsorber wie Cutimed Sorbion Sachet S
Behandlung der Mazeration
 
Hautschutz täglich auftragen, Patienten-Kleidung sollte locker sitzen, Luftkontakt fördern
 
Produktempfehlung
 
Hautschutzfilm oder barrierebildendes Spray wie Cutimed PROTECT Spray
Behandlung der Mazeration
 
Hautpflege nach Inkontinenzereignis intensivieren, Hautschutz barrierebildend und nicht-okklusiv anwenden
 
Produktempfehlung
 
Inko-Absorber mit hoher Saugkraft
Behandlung der Mazeration
 
Fachärztliche Einschätzung einholen, ggf. antiseptische Wundauflage einsetzen
 
Produktempfehlung
 
Antimikrobielle Wundauflage und ggf. Wundspüllösung

Mögliche Folgen einer Mazeration der Haut

Eine unbehandelte oder fortschreitende Mazeration kann die Wundheilung erheblich beeinträchtigen. Der geschwächte Hautzustand im Wundumfeld begünstigt das Eindringen von Keimen und erhöht dadurch das Risiko lokaler Infektionen und Wundinfektionen deutlich. Gleichzeitig erschwert die aufgeweichte Haut die Adhäsion von Verbandmaterial, was zu häufigem Verbandwechsel, mechanischer Reizung und verzögerter Epithelisierung führen kann. In schwereren Fällen kann es zu Hauterosionen, Ulzerationen und einer Ausbreitung sowie Läsionen über den ursprünglichen Wundbereich hinauskommen. 
 
Eine frühzeitige Mazerations-Prophylaxe schützt die umliegende Haut, unterstützt den Heilungsverlauf und reduziert pflegerischen Mehraufwand. 

Referenzen zur Mazeration